Vogalonga

Venedig sehen und rudern!

Tanti saluti da venezia!



Ruderkamerad Bernd vom SV Kloster Lehnin war der Schnellste von uns und hat schon einen tollen Bericht geschrieben, den ihr hier lesen könnt. Unser Fahrtenleiter vom Neuruppiner Ruder-Club wird auch noch einen Bericht  für die Vereinshomepage erstellen, den ich dann hier ebenfalls verlinken werde.

Auf der offiziellen Vogalonga Seite findet ihr ein Video, in dem meine Mannschaft im Boot Viribus unitis kurz zu sehen ist bei 3:15 und 3:23. Weitere Videos gibt es bei youtube zu sehen: https://www.youtube.com/watch?v=1JU8oWZm_ho (Viribus bei 1:09:07) und https://youtu.be/x8gNEIT-Vn8 (Lindow bei 2:33:00, Viribus bei 2:59:50 und Pater Wichmann bei 3:36:10)

Hier nun eine kurze Beschreibung unserer aufregenden Tage in der Lagune von Venedig.


Montag, 14. Mai 2018:

Aufladen der Boote. Haben wir wirklich alles dabei?

Mittwoch, 16. Mai 2018:

Um 2 Uhr nachts geht es mit Claudia und Dieter auf die Reise. Wir kommen gut durch und treffen am Nachmittag wohlbehalten in Punta Sabbioni auf dem Camping Miramare ein. Ich beziehe einen kleinen Bungalow mit Dagmar, Monika und Sonja. Erst jetzt fällt mir auf, dass ich gar kein Foto von unserem "Zickenstall" gemacht habe. Zum Abendessen tragen wir alle Reste von der Fahrt zusammen und erkunden danach die Umgebung.


Sonnenuntergang bei Punta Sabbioni


Hier eine interaktive Karte mit den Tracks von meinem GPS Gerät. Ihr seht die Strecken, die Viribus unitis zurückgelegt hat. Aktuell sind nur die Fahrten nach Torcello (rot) und Murano/Isola del Deserto (blau) zu sehen, die Vogalonga folgt.



Insel Torcello

Donnerstag, 17. Mai 2018:

Nach dem gemütlichen Frühstück in der Morgensonne vor unseren Bungalows, laden wir die Boote vom Hänger und machen sie startklar. Alle Steuer, Skulls und Rollsitze sind da, nur die Lehne von Lindow fehlt! Mit etwas Improvisation können wir aber zu unserer ersten Fahrt in der Lagune von Venedig aufbrechen. Wir rudern nach Torcello, einer kleinen Insel im nördlichen Teil der Lagune. Hier besichtigen einige von uns die Basilika Santa Maria Assunta mit ihren imposanten Mosaiken und steigen auf den Glockenturm, der eine tolle Aussicht bietet. 

Die Rückfahrt geht dann um die Insel Sant'Erasmo wieder nach Punta Sabbioni. Hier lassen wir den Tag bei einem gemütlichen Grillabend ausklingen.


Gondeln von Venedig

Freitag, 18. Mai 2018:

Heute haben wir einen ruderfreien Tag mit sommerlichen Temperaturen. Sightseeing steht auf dem Programm!

Von unserem Quartier fährt ein kostenloser Shuttlebus zum Schiffsanleger und wir können an der Rezeption auch die Tageskarte für die Wasserbusse der Lagune kaufen (20€), ein toller Service. Also rauf aufs Vaporetto und ab ins venezianische Getümmel! Einen Pflichttermin haben wir allerdings in Venedig: Die Startnummern und T-Shirts  für die Vogalonga müssen am Fischmarkt abgeholt werden. Hier ist geduldiges Schlangestehen gefordert. Danach führt uns Dagmar mit ihren Ortskenntnissen in ein schönes Restaurant, wo wir ein verdientes, leckeres Mittagessen bekommen. Im Anschluss splitten wir uns in kleinere Gruppen und bummeln durch die Gassen der Stadt. Ich bin mit Antje, Monika und Thomas auf Entdeckungstour. Erst abends nehmen wir das Vaporetto zurück nach Punta Sabbioni.

Heute tut uns mal nicht der Hintern weh, sondern die Füße qualmen! 


Blick nach Burano von der Isola del Deserto

Samstag, 19. Mai 2018:

Über Nacht hat Gül aus München unser Team verstärkt, so dass wir heute auch den Zweier rudern können. In Vogalonga-Besetzung geht es zu den Inseln Murano und Isola del Deserto. Auf der Glasbläserinsel Murano ist es schwierig mitten in der Stadt einen sicheren Anlegeplatz zu finden. Hannes bleibt daher bei der Viribus während Antje, Thomas und ich beim Bäcker ein kleines Mittagspicknick für uns besorgen. Es bleibt keine Zeit, die zahlreichen Geschäfte mit Glaskunst zu besuchen; das müssen wir nachholen. Es geht weiter zur Klosterinsel Isola San Francesco del Deserto, die uns mit ihren schönen Zypressen schon am Donnerstag im Vorbeirudern aufgefallen war. Das Kloster sowie der Name der Insel sind beide auf den Heiligen Franz von Assisi zurückzuführen, der dort 1220 nach seiner Rückkehr aus dem Orient anlegte. Nach einem Spaziergang durch den Garten, rudern wir den direkten Weg zurück nach Punta Sabbioni. Im Restaurant unweit unserer Bungalows essen wir gemeinsam köstlich zu Abend. 


Pfingstsonntag, 20. Mai:

Der Wecker klingelt viel zu früh! Es ist noch vor sechs, aber auch in allen Bungalows um uns herum erheben sich die Wassersportler aus den Betten. Alle sind in Vorfreude und mehr oder weniger aufgeregt. Heute ist der große Tag, Grund unserer Reise, die 44. Vogalonga! Auf den morgendlichen Kaffee verzichte ich, lieber kein Koffein. Wer weiß, wann man die Möglichkeit für eine Toilettenpause hat. So bleibt auch mehr Zeit für das richtige Outfit. Team Viribus (Antje, Hannes Thomas & ich) hat sich für Rudern gegen Krebs T-Shirts in verschiedenen Farben entschieden. Antje und ich haben sich dazu noch Strohhüte gekauft. Die Nägel sind natürlich rot und grün lackiert. Kurz vor sieben gehen wir dann gemeinsam zu den Booten. Dort herrscht schon reger Betrieb. Drachenboootler, Kanuten und andere Ruderer tragen ihre Boote zu Wasser. 

Nach etwa 10km erreichen wir den Start vor dem Markusplatz. Hier herrscht ein unglaublicher Trubel. Tausende Boote haben sich versammelt und man weiß gar nicht, wo man zuerst hinschauen soll. Von der Eröffnungsrede des Bürgermeisters hören wir nur Bruchstücke, dann startet die Regatta mit lauten Kanonenschlägen. Im Gewusel kommt man streckenweise nur langsam voran und die Steuerleute müssen höllisch aufpassen, dass es in den Nadelöhren nicht zu Kollisionen kommt. Auf Burano legen wir eine kleine Mittagspause vor der Kirche ein. Hinter der Insel entdecken wir dann sogar das Team des Zweiers. Das allergrößte Gedränge herrscht gegen Ende der Fahrt, vor dem Canale di Cannaregio, der zum Canale Grande führt. Hier stecken wir total fest. Taucher helfen den Booten durch die Ponte di Tre Archi. Im Canale Grande wird es dann wieder entspannter und wir können schließlich unsere Medaillen und Urkunden entgegen nehmen. In einen Seitenkanal machen wir dann noch eine weitere Pause, bevor wir zum vereinbarten Treffpunkt mit unseren anderen Booten fahren. Dort jubelt uns die Besatzung von Pater Wichmann und Lindow schon zu und wir trinken gemeinsam das verdiente, kühle Bier! 

Antje, Hannes, Thomas, ich und die Viribus, haben die Vogalonga also gut und ohne schwerere Schäden an Boot oder Mannschaft überstanden (mal abgesehen von den Ermüdungserscheinungen der besonders beanspruchten Körperteile). Am besten seht ihr euch die Videos, die ich in der Einleitung erwähnt habe an, denn die Eindrücke lassen sich nur schwer in Worte fassen. In der italienischen Presse steht, dass 8300 Teilnehmer in 2300 Booten dabei waren, Wahnsinn! Hier einige Bilder von unserem Tag:

Fortsetzung folgt