Wo rudert sie?

Ruppiner Gewässer

Das Ruppiner Land ist ein wahres Eldorado für Wassersportler mit über 170 Seen und mehr als 2000km Wasserwegen. Es setzt sich zusammen aus der Rheinsberger, Kyritzer, Fürstenberger und Ruppiner Seenkette, dem Rhinluch und den Havelgewässern. Große wie kleine Seen und Flüsse mit teils urwüchsiger Uferlandschaft bieten ein abwechslungsreiches Landschaftsbild. Hier kann man noch Eisvogel, Fischotter oder Seeadler beobachten und Seerosenfelder säumen den Wasserweg.

Mein Wohnort Neuruppin liegt direkt am Ruppiner See, dem größten See der Ruppiner Seenkette, der mit 14km auch der längste See Brandenburgs ist. Die Türme der Klosterkirche, dem Wahrzeichen der Stadt, sieht man schon von weit her. Es ist die Heimatstadt des Dichters und Apothekers Theodor Fontane, unter anderem bekannt für seine "Wanderungen durch die Mark Brandenburg". Die reizvolle Landschaft, die er beschreibt, sollte man nicht nur zu Fuß, sondern auch einmal auf Wasserwegen erkunden. Ein idealer Ausgangspunkt für Ruderer ist dafür der Neuruppiner Ruder-Club, dessen Bootshaus mit Gästeunterkünften in der Regattastraße direkt am Ufer des Sees liegt.

Die Neuruppiner Klosterkirche

Parzival am See




Die Ruppiner Seenkette wird vom schmalen Flüsschen Rhin durchzogen. Die Seen sind darauf aufgefädelt wie die Perlen einer Kette. Von Neuruppin aus kann man nach Norden oder Süden zu Erkundungstouren starten. Schaut euch dazu auch die Karte unten an, die ich vor einigen Jahren einmal erstellt habe (zum Vergrößern darauf klicken). 

... Richtung Norden

In nördlicher Richtung gelangt man in die bereits von Fontane  beschriebene Ruppiner Schweiz.

Von Alt Ruppin, überragt von seiner Pfarrkirche aus dem 14. Jahrhundert, folgt man dem Rhin bis zur Schleuse Neumühle. Dahinter erstreckt sich der Molchowsee mit einer schönen Badestelle. Nach Passage der Molchowbrücke, erreicht man den lang gezogenen Tetzensee, dessen Westufer ein Erlenbruch säumt. Es folgt der wunderschöne Zermützelsee mit verschiedenen Anlegemöglichkeiten für eine Rast. Im Sommer blühen hier zahlreiche See- und Teichrosen. Nun gibt es zwei Routen für die Weiterfahrt:

Durch den Rhin, einem Kanal mit versumpften Ufern, führt der Weg auf die Lindower Gewässer. Bei Zippelsförde zweigt der Rheinsberger Rhin ab, den man nur mit dem Paddelboot hinabfahren kann. Es folgt der kleine Möllensee, dann erreicht man den Gudelacksee mit vielen Badestellen. In seiner Mitte liegt die Insel Werder. Lindow, die Stadt der drei Seen, wird von Vielitz-, Wutz- und Gudelacksee umschlossen.



Und fragst du doch: »Den vollsten Reiz,

Wo birgt ihn die Ruppiner Schweiz?

Ist's norderwärts in Rheinsbergs Näh?

Ist's süderwärts am Molchow-See?

Ist's Rottstiel tief im Grunde kühl?

Ist' Kunsterspring, ist's Boltenmühl?

Ist's Boltenmühl, ist's Kunsterspring?

Birgt Pfefferteich den Zauberring?

Ist's Binenwalde?« – Nein, o nein,

Wohin du kommst, da wird es sein,

An jeder Stelle gleichen Reiz

Erschließt dir die Ruppiner Schweiz. 

(Zitiert nach Theodor Fontane: Wanderungen durch die Mark Brandenburg)



Der andere Weg führt durch das glasklare Rottstielfließ auf den Tornowsee, der für die Motorschifffahrt gesperrt ist. Am nördlichen Ufer kann man in der Boltenmühle einkehren. Über einen Wanderweg entlang des Binenbachs gelangt man an den Kalksee. Er ist der tiefste und sauberste Klarwassersee der Ruppiner Schweiz, Ruheoase und Badeparadies zugleich.

Klar, dass sich selbst Fontane nicht entscheiden konnte, wo es nun am schönsten ist!

... Richtung Süden


Die Ausfahrten nach der Arbeit führen uns häufig zur Badestelle von Karwe an das Südostufer des Ruppiner Sees.

Auch in Wustrau kann man anlegen und eine typisch brandenburgisch-preußische Gutslandschaft mit Schloß, Kirche, Pfarrhaus und Gesindehäusern erkunden. Von Wustrau gelangt man in das alte Fischerdorf Altfriesack. Hier gibt es ein denkmalgeschütztes Ensemble aus Schleuse, Schleusenwärterhaus und Klappbrücke zu bestaunen.

Dahinter liegt der Bützsee, von wo aus man über lange Kanäle durchs Kremmener Luch rudert. Entweder folgt man dem Alten Rhin zur Schleuse Hakenberg und weiter Richtung Fehrbellin oder gelangt über den Kremmener See nach Kremmen. Von dort führt der Ruppiner Kanal weiter nach Oranienburg und zu den Berliner Gewässern.

 


Ungefähre Entfernungen von Neuruppin aus (km)

Norden:

  • Schleuse Neumühle: 5,5
  • Stendenitz: 12,0
  • Boltenmühle: 15,5
  • Zippelsförde: 19,0
  • Lindow: 25,0

Süden:

  • Karwe: 7,5
  • Wustrau: 9,9
  • Schleuse Altfriesack: 11,5
  • Kremmen: 25,0
  • Tegelort: 64,0